Das Projekt des Game-Praktikums bei Prof. Radicke geht dieses Semester schon in die zweite Runde. Die Idee aus dem ersten Semester wurde weiterverfolgt, weil die Studierenden Spaß daran hatten und gerne an etwas arbeiten wollten, bei dem schon eine Basis vorhanden war. Dabei war das nicht so einfach, wie es klingt: Ein bestehendes Projekt zu übernehmen bringt einige Herausforderungen mit sich. Da die meisten Studierenden im zweiten Semester nicht mehr dabei sind, kommt es insbesondere auf eine gute Dokumentation der Studierenden aus dem Vorsemester an, damit die Arbeit auch ordentlich fortgeführt werden kann. Außerdem müssen sich die neu dazugekommenen Studierenden in das bestehende Projekt einarbeiten.

Das Team des Game-Praktikums besteht aus 20 Studierenden, die hauptsächlich aus den Studiengängen Medieninformatik, Mobile Medien und Computer Science and Media stammen. Dieses Semester ist außerdem ein Game Technology Minor Student aus Spanien dabei.

Worum es bei Mayhem Heroes geht, fragt ihr euch? Der Projektleiter Daniel Fearn ordnet das Genre von Mayhem Heroes als Couch-Coop-3D-Jump ’n’ Run-Shooter ein. Der kooperative Anteil des Spiels spiegelt sich darin wieder, dass das Spiel für zwei bis vier Spieler ausgelegt ist, die unterschiedliche Rollen übernehmen. Damit kommen wir auch gleich zur Story: Vier Spacemarines fliegen in einem Raumschiff durch das Weltall mit dem Auftrag, das Universum zu beschützen. Plötzlich bekommen sie einen Notruf vom König des Planeten der Süßigkeiten. Dort wurden alle Süßigkeiten auf einmal böse. Um diesem Problem nachzugehen und es letztendlich zu lösen, muss man gegen die ganzen bösen Muffins, Donuts und Lollis kämpfen, um gewisse Kristalle zu finden und zu sammeln. Hat man alle gefunden, kann man das Tor öffnen, das zum Bossgegner führt, der für die Boshaftigkeit der Süßigkeiten verantwortlich ist. Dieser Bossgegner ist eine riesige Kaugummilutschkugel. Sobald man diese erledigt hat, werden die Süßigkeiten wieder friedlich.


Die Jump ’n‘ Run-Elemente finden sich im Gameplay wieder. Dabei geht es um das typische Laufen und Springen, aber in 3D-Umgebung, also in jede beliebige Richtung. Der Spieler steuert seinen Spacemarine hierbei aus der Third-Person-Perspektive. Der 3D-Cartoonstil der Spielewelt passt dabei hervorragend zur Story. Quietschbunt und voller Süßigkeiten lässt Mayhem Heroes den Spieler eindeutig ans Schlaraffenland denken. Nur eben mit Süßigkeiten, die einen umbringen wollen. Der von einem externen, professionellen Sounddesigner gemachte Soundtrack ist dabei ebenso verspielt wie die Grafik und passt zum Jump ’n‘ Run-Genre.

All das könnt ihr auf der MediaNight am Donnerstag selbst ausprobieren. Dort möchte das Team ein spielbares und fehlerfreies Spiel präsentieren, das einige Neuerungen im Vergleich zur letzten MediaNight aufweist. Wie es danach mit Mayhem Heroes weitergeht, ist noch ungewiss: Das jeweilige Team des Game-Praktikum entscheidet am Anfang des Semesters, ob an der Idee des vorigen Semesters weitergearbeitet oder eine völlig neue Idee umgesetzt werden soll. Das aktuelle Team versucht daher, die momentane Idee so attraktiv wie möglich für das Nachfolgesemester zu gestalten.

Am Ende des Projekts haben die Studierenden mehr gelernt als nur ein Spiel zu entwickeln. Die Arbeit in einem derart großen Team ist eine besondere Herausforderung, die einen gewissen Umgang benötigt. Daher veranstaltete Daniel am Anfang des Semesters ein Kommunikationstraining mit den Studierenden. Dieses scheint laut ihm auch funktioniert zu haben, da es bisher keine großen Auseinandersetzungen gab und im Großen und Ganzen alle ziemlich friedlich im Umgang miteinander waren.

Eine weitere Erfahrung, die Daniel aus dem Projekt mitgenommen hat, ist die Tatsache, dass man sich als Team sehr schnell überschätzt und viel mehr plant, als man überhaupt in einem Semester schaffen kann. Denn obwohl Mayhem Heroes eher ein kleineres Spiel ohne tiefere Story ist, war es sehr aufwändig und das Team traf auf wesentlich mehr Hindernisse als erwartet. Trotz allem ist es beeindruckend, was nach mittlerweile zwei Semestern auf die Beine gestellt worden ist!

Technische Details:
Das Team des Game-Praktikums arbeitet mit der Unreal Engine, Maya, Blender, Gitlab, Slack, Jira, Confluence, Photoshop und fmod. Die Assets sind alle selbst erstellt.

– Julia Ruppert (3.07.18)